Diversität im Internet

Das Gendern soll dazu dienen, Frauen, Männer und nicht-binäre Personen fair zu behandeln. Beim Erstellen von Webseiten ist eine zielgruppengerechte Wortwahl wichtig. Schließlich möchten wir, dass das Angebot gefällt und zum Kauf überzeugt. Egal, ob wir jemand ansprechen oder über eine Person schreiben – es darf erwartet werden, dass wir das entsprechende Geschlecht explizit berücksichtigen und nicht das Gefühl vermitteln, es einfach unter den Tisch fallen oder nebenher laufen zu lassen. Die Gesellschaft für Informatik (GI) hat mit ihrem Leitfaden für geschlechtersensible Kommunikation einen Beitrag geleistet, der eine nähere Betrachtung verdient.

 

Die deutsche Sprache und das generische Maskulinum

Die deutsche Sprache hat diesbezüglich ihre Tücken, was daran liegt, dass die indoeuropäischen Sprachen ursprünglich zwei Genera hatten: eines für Belebtes, aus dem später das Maskulinum wurde und eines für Unbelebtes, das sich zum Neutrum entwickelte. Das Femininum kam später dazu. Daher gibt es grundsätzlich keine Übereinstimmung zwischen Genus und Sexus, wie das viel bekannte Zitat von Mark Twain zeigt: „Im Deutschen hat ein Fräulein kein Geschlecht, während eine weiße Rübe eines hat.“ 

Gender & Divers - Gendern im Web: geschlechtersensible Sprache auf dem Vormarsch für Website und Onlineshop

Den Engländern war das irgendwann zu kompliziert, so dass sie die Komplexität auf ein einziges Genus reduzierten, was womöglich zur Verbreitung des Englischen rund um den Globus maßgeblich beigetragen hat. Das althergebrachte generische Maskulinum wie in „Die Kultusminister fordern mehr Geld für die Schulen.“ ist insofern zwar sprachlich korrekt, geschlechtersensiblere Ausdrucksformen wären aber wünschenswert.

 

Sinn und Unsinn des Genderns

Unbestritten ist, dass die Sprache das Bewusstsein prägt und Bilder im Kopf entstehen lässt. Wenn wir etwa vom „Jägerverein Bayreuth“ sprechen, sehen wir im Geiste automatisch Männer im fortgeschrittenen Alter in Lodentracht vor uns. Das trifft sicher für die Anfangsjahre des Vereins zu, wenn wir uns aber weiter auf der Website umsehen, sehen wir doch, dass hier auch Frauen ans Gewehr dürfen. Das Beispiel zeigt, dass es schon bei Eigennamen eine gewisse Notwendigkeit des Genderns besteht. Institutionen, die bewusst auf Diversität setzen, könnten in solchen Fällen auf die Idee kommen, ihren Namen umzubenennen. Auch hier gibt es Stolperfallen, wie der Fall „Studierendenwerk Berlin“ (Kostenpunkt 800.00 Euro) zeigt. „Studenten“ studieren nicht rund um die Uhr, daher sind sie nicht immer Studierende. „Studierende“ im Wortsinn können auch Nicht-Akademiker sein, die sich eine Speisekarte genauer betrachten.

 

Gendern, aber richtig: Vorteile und Nachteile der gängigsten Genderschreibweisen

Bei Einzelpersonen ist es relativ einfach, sofern die Zuordnung als weiblich oder männlich eindeutig ist. Für die meisten Berufe gibt es passende Bezeichnungen. So hat sich auch in der Bundeszollverwaltung im vergangenen Jahrzehnt die „Zollamtsfrau“ gegenüber der „Zollamtsmännin“ durchgesetzt. Bei den nicht-binären Personen gibt es noch Nachholbedarf.

 

Die Schwierigkeiten beim Gendern ergeben sich insbesondere dann, wenn Personengruppen beschrieben oder angesprochen werden sollen, bei denen nicht klar ist, ob es sich um Frauen, Männer oder nicht-binäre Personen handelt. Die gängigsten

Gender-Schreibweisen im Überblick:

  • Paarformen
    • mit eigenständigen Substantiven wie Amtfrau /Amtmann
    • durch Schräg- und Bindestrich wie Hörer/-innen
    • als Suffix -in wie bei Bäckerinnen und Bäcker: stilistisch könnte es bei Aufzählungen – zum Beispiel bei einer Reihe von Handwerksberufen ­etwas langatmig werden und das diverse Geschlecht fehlt auch hier.
  • das Binnen-I: In amtlichen Schriftstücken sind „AntragstellerInnen“ nicht erlaubt, weil die deutsche Sprache keine Binnenmajuskeln (groß geschriebene Wörter im Wortinnern) kennt. Screenreader für Sehbehinderte erkennen leider nur die weibliche Form.
  • Ergänzung mit Gendersternchen *: das auch als Asterisk bekannte Zeichen wird in der Informatik als Wildcard verwendet, als Platzhalter für Beliebiges. Insofern spiegelt es, zum Beispiel bei Lehrer*innen die Diversität besonders gut wider. In der gesprochenen Sprache kann der Redefluss gestört sein. Wie beim Binnen-I auch wird hier ein glottales Plosiv ­ auch Gender-Pause genannt ­empfohlen. Auch die Blindenschrift Braille kommt mit Gendersternchen und Binnen-I nicht gut zurecht.
  • das Partizip Präsens: das o. g. Beispiel des Studierendenwerks zeigt, dass die Bedeutung verändern kann
  • Geschlechtsneutrale Personen- und Gruppenbezeichnungen: „Experten“ -> Fachleute, Mannschaft -> Team, Besucher -> Publikum. Diese Form ist sprachlich wesentlich eleganter als die vorherigen, sie kann von Screenreadern erkannt werden und berücksichtigt alle Geschlechter. Die Bundeswehr ist diesbezüglich mit ihrer Anzeige „Teamleitung (m / w / d) Panzertruppe“ zumindest im Textteil ein leuchtendes Vorbild.

Bildsprache ohne Geschlechterdiskriminierung und Rollenklischees

Das Bild auf der zu vor genannten Stellenanzeige der Bundeswehr offenbart, dass es auch bei den Streitkräften noch Nachbedarf gibt. Das Porträt eines vollbärtigen Mannes trägt nur bedingt dazu bei, die Vielfalt der modernen Truppe darzustellen.

Gender Sprache auf der Website und im Onlineshop: geschlechtersensible Sprache ist im Internet auf dem Vormarsch.
Gerade bei Bildern bestehen für die Ersteller moderner Medien gewisse Herausforderungen, wenn Sie einerseits geschlechtersensibel arbeiten, anderseits auch authentische Einblicke in Unternehmen geben wollen. Einfacher stellt sich dies bei Bewegtbild wie ein Werbefilm oder ein Recruitingfilm dar. Hier bietet sich zumindest gegenüber einem einzelnen Bild die Möglichkeit, mehrere Geschlechter darzustellen.

 

Gendergerechte Suchmaschinenoptimierung

Als Online-Marketing-Agentur verfolgen wir den Anspruch, geschlechtersensibel, grammatisch und inhaltlich korrekt, verständlich und auch noch suchmaschinenoptimiert zu schreiben. Erste Analysen weisen darauf hin, dass Google die Genderschreibweise ziemlich egal ist, das heißt gute Rankings können mit und ohne Binnen-I, Gendersternchen & Co. erzielt werden. Doch die Sprache und die Anfragen der Nutzer ändern sich und so lernt der Algorithmus ständig hinzu. Wichtig ist es, die Tendenzen im Auge zu haben und sich zu vergewissern, wie die Zielgruppe angesprochen werden will. Selbstverständlich sollte die Sprache zur Corporate Identity des Unternehmens passen, um Medienbrüche zu vermeiden.

Fazit

Gendersternchen und Binnen-I könnten Spiegelungen des Zeitgeists sein, die sich womöglich nicht auf Dauer durchsetzen, weil sie sich in der gesprochenen Sprache nur bedingt wiederfinden. Das glottale Plosiv stört den Redefluss doch sehr. Zu erwarten ist, dass sich neue Wortschöpfungen an der gesprochenen Sprache orientieren und Anglizismen sich weiter durchsetzen. Damit auf der Website oder im Onlineshop auch alles rechtliche den Vorgaben entspricht, ist die Zuhilfenahme einer etablierten Onlineshop Agentur oder Experten im Onlinerecht wie z.B. der Händlerbund empfehlenswert.

 

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