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Krise als Chance begreifen

In Krisenzeiten trennt sich die unternehmerische Spreu vom Weizen. In der Corona-Pandemie hat es viele Branchen hart getroffen. Manche Geschäftsmodelle sind über Nacht zusammengebrochen. Es gibt aber auch Beispiele, die zeigen, dass es möglich ist, mit gewissen Reserven in der Kasse, guten Ideen im Marketing, Unternehmergeist und Fokussierung auf Kundenwünsche das Überleben zu sichern und gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Voraussetzung ist, dass eigene Geschäftsmodell ständig zu hinterfragen. 

Es gibt Branchen, wie etwa der Steinkohlebergbau, die jahrzehntelang mit staatlicher Unterstützung einfach weitergewurstelt haben bis gar nichts mehr ging. Die aktuelle Krise trifft Branchen unterschiedlich hart, insofern klingt es sehr pauschal einfach zu sagen, man solle die Krise als Chance begreifen. Tatsache aber ist, dass diejenigen im Vorteil sind, die die Umbruchsituation geschickt für ihre Zwecke nutzen und ihre Ressourcen auf neue Markterfordernisse ausrichten.

 

 

Beispiel Gastronomie

Eine Branche, die es hart getroffen hat, ist die Gastronomie. Die verschiedensten Lokalitäten von der Diskothek bis zum Biergarten waren oder sind immer noch geschlossen. Dennoch haben es findige Wirte verstanden aus der Not eine Tugend zu machen. Hunger und Durst sind ja nicht plötzlich verschwunden, sondern hat sich nur verlagert vom öffentlichen Raum ins traute Heim. Essen zum Abholen und Lieferdienste boomen!

 

Lieferdienste und Online-Bestell-Plattformen wie Lieferando, Delivery Hero oder Hellofresh sind die Gewinner, da Gastronomiebetriebe geschlossen haben.

Das Beispiel zeigt, dass das Argument „Das haben wir noch nie gemacht!“ in der Krise nicht weiter hilft. Im Gegenteil sind jene im Vorteil, die im Vorfeld schon Erfahrung in der Belieferung und Abholung von Speisen sammeln konnten und nicht allein die 300-jährige Wirtshaustradition nebst Bayerischem Reinheitsgebot wie eine Monstranz vor sich hertrugen. Hier war es wichtig, sich frühzeitig auf Kundenwünsche zu fokussieren.

 

Lieferdienste liegen voll im Trend

Das Modell der Lieferdienste hat in der Krise übrigens unabhängig von der Firmengröße funktioniert. Es wurde von der sprichwörtlichen Pizzeria um die Ecke bis hin zu US-Großkonzernen wie Chipotle Mexican Grill und Dominos Pizza praktiziert, die nach gerade einmal etwas mehr als zwei Monaten nach der kritischen Phase neue Allzeithochs ihrer Börsennotierungen erlebten. Klar ist, dass auch Online-Bestellplattformen wie Lieferando, Delivery Hero und Hellofresh sowie die Platzhirsche im Internethandel wie Amazon, Alibaba und Zalando gerade Rekordumsätze und –gewinne fabrizieren.

 

Unternehmerische Resilienz ist gefragt!

Es gibt Menschen, die Krisen als Chance begreifen. Das ist gar nicht so weit hergeholt, denn es ist gerade die Umbruchsituation, die neue Bedarfe entstehen lässt. Unternehmer, die immer einen Schritt vorausdenken und bereit sind, Geschäftsmodelle über den Haufen zu werfen und von vorn anzufangen  sind hier im Vorteil.  Es ist der Mut gefragt, Fehler zu begehen, sie zu revidieren und daraus zu lernen. Unternehmerische Resilienz setzt sich aus vier Faktoren zusammen:

 

    1. Bewusstsein über eigene Schwachstellen: Wer die Schwachstellen kennt, kann Gefahren antizipieren.
    2. Lernbereitschaft: Die Auseinandersetzung mit neuen Technologien stärkt die Wettbewerbsfähigkeit.
    3. Flexibilität: Die Bereitschaft die Struktur des Unternehmens an neue Anforderungen anzupassen ist bei Führungskräften und Mitarbeitern gefragt.
    4. Fähigkeit , Ressourcen zu mobilisieren. Neben finanziellen Reserven hilft hier ein gut gepflegtes Netzwerk.

Quelle: https://wissensdialoge.de/resilienz/

 

Trends erkennen, die Strategie im Marketing situativ anpassen

Manche Entwicklungen haben sich abgezeichnet, so dass es mit vorrausschauender Analyse möglich war, sich erfolgreich zu positionieren. So hat sich der Trend zur Digitalisierung seit Jahren abgezeichnet, hat jetzt aber durch Corona einen neuen Schub erhalten. Home Office und Home Schooling sind Instrumente, die uns helfen trotz der Pandemie weiter voranzukommen. Entsprechend gibt es neue Chancen für Anbieter derartiger Produkte, die zuvor wegen anderer Prioritäten der Entscheider nicht zum Zuge gekommen sind. Wer hier schnell am Markt ist hat natürlich Vorteile. Es gibt aber auch neue Möglichkeiten in puncto Kommunikation. So hat die Pandemie unseren Alltag verwandelt.

Statt am Stammtisch in der Kneipe diskutieren wir auf Facebook, statt Kino ist YouTube angesagt. Werbetreibende sollten realisieren, dass wir mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringen und entsprechend mehr Internetseiten besuchen, und Online-Werbung konsumieren als je zuvor. Die Chancen mit dem richtigen Marketing bzw. mittels Online Marketing seine Zielgruppen zu erreichen, sind besser denn je! Grundsätzlich gilt es zu erkennen, wie sich derartige kurz- und langfristigen Entwicklungen auf Kundenbedürfnisse, -bedarfe und die daraus resultierende Nachfrage auswirken. Hinsichtlich der Distributionswege wurden die Vorzüge des Online-Handels und der Lieferdienste bereits angesprochen. Im Vorteil ist, wer seine Marketing-Strategie kurzfristig an die aktuellen Gegebenheiten anpassen kann. Die Herausforderung liegt in der richtigen Strategie sowie den Maßnahmen im Marketing.

 

Krisenszenarien im Blick

Auch wenn wir zumindest in Deutschland die erste Welle ganz gut überstanden haben und manche Wirtschaftsoptimisten das Konjunkturtief hinter sich sehen (und andere die große Pleitewelle für den kommenden Herbst erwarten), sollten wir im Blick haben, dass durchaus weitere Krisenszenarien denkbar sind, vor denen wir uns wappnen sollten:

  • soziale Unruhen als Folge des Auseinanderdriftens der Gesellschaft
  • Hunger, Umweltkatastrophen , Terror und Kriege
  • Cyberkriminalität
  • ökonomische Krisen (Staatspleite, Inflation, Börsencrash)

Neben den oben genannten externen Risiken, die auf einzelne Firmen durchschlagen können, gilt es natürlich analog auch unternehmensinterne Risiken zu evaluieren. Zu nennen wären hier exemplarisch, der Ausfall wichtiger Mitarbeiter etwa bei Krankheit oder Kündigung. Gut aufgestellt ist hier, wer die verschiedenen Szenarien durchspielt,  Vertretungsregelungen etabliert und den Recruitung-Prozess kurzfristig anstoßen kann.

Fazit

Starre Geschäftsmodelle im Stile eines 5-Jahresplans à la SED-Politbüro sind von vorgestern, denn die nächste Finanz-, Klima- oder Sonstwas-Krise kommt bestimmt. Die Zukunft wird anders, bereiten wir uns schon einmal darauf vor! Die Technologien des Internets erlauben es uns, Geschäftsmodelle sehr flexibel auszurichten und extrem schnell auf Änderungen der Rahmenbedingungen zu reagieren. Gleiches gilt im Marketing, welches geprägt von Online- und Social Media Portalen ganz andere Anforderungen an das Marketing stellt.

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